16. März 2024 | Leitung

Beten und Gott erleben

Liebe Gemeinde, liebe Freunde und Gäste,

jeder kennt es – entweder aus eigener Erfahrung oder mit Blick auf seine Kinder: Das Ergebnis einer Klassenarbeit hat meist mit dem Lernen vor der Klassenarbeit zu tun. Ohne Lernen ist das Risiko recht hoch, eine schlechte Note zu schreiben. Klar, der Vergleich hinkt etwas: Wer wenig oder gar nicht betet, wird eher seltener Gottes Segen in seinem Leben erfahren. Die Umkehrung stimmt jedoch garantiert: Wer regelmäßig betet, wird Gott mehr erleben.

Deshalb möchte ich mich bei allen denjenigen bedanken, die für das Wohl unserer Gemeinde, für die Entscheidungen der Gemeindeleitung, für Kranke und Alte in der letzten Zeit gebetet haben und weiter beten. Für eine Person oder eine Situation zu bitten, nennt man Fürbitte. Und diese Gebetsform ist eng mit unserem Auftrag verbunden, als Gemeinde ein Gebetshaus (Markus 11,17) und eine Gott zugewandte Priesterschaft (1. Petrus 2,5) zu sein. Für die Juden damals waren Priester Tempelangestellte, deren Aufgabe es war, zwischen Gott und Menschen zu vermitteln. In einem passenden Bild heißt es, dass sie „in den Riss“ traten oder auch „in die Bresche“ sprangen. Um nach einem menschlichen Fehlversagen Gott um Vergebung und sein gnädiges Eingreifen zu bitten. Wenige Beter waren nötig, um Gottes Segen für viele zu erbitten. Deshalb sollen wir uns als Christen nicht entmutigen lassen, dass wir – gesellschaftlich betrachtet – eine kleine Minderheit sind.

Dass wir von unzähligen Menschen umgeben sind, die ohne Gott leben, ist ohne Frage so. Dass Gott längst von unserem Land seine schützenden Hände immer mehr zurückzieht, ist eine Folge der zunehmenden Gottlosigkeit. Die Allianzgebetswoche, die jeweils zu Jahresbeginn die Fürbitte als Schwerpunkt hat, ist eine besondere Gelegenheit, Gott für uns und unsere Umgebung um seinen Schutz und gnädiges Eingreifen zu bitten. Zusätzlich liegt eine besondere Segenszusage darauf, wenn Christen aus unterschiedlichen Gemeinden und Kirchen in Einheit zusammenkommen. Warst du dieses Jahr an einem Allianzgebetsabend dabei? Bei den Liebenzellern in Illingen, bei der rumänischen Gemeinde in Mühlacker, in der Paul-Gerhardt-Kirche oder vielleicht beim Gebets-Walk? Hast du einen regelmäßigen Gebetsort in der Woche, an dem du zusammen mit anderen Christen diesen priesterlichen Fürbittedienst wahrnimmst? Sei es im Gemeindegebet am Sonntagabend, im Montagsgebet oder freitags im Online-Gebet?

Vielleicht beklagst du auch, dass alles schlechter wird. Aber vielleicht liegt es nicht nur an den Politikern oder an den Medien, sondern auch daran, dass du deinen Platz in der Fürbitte nicht einnimmst. Ich erinnere an den Vergleich mit der Klassenarbeit, wie ich es oben beschrieben habe.

Ich würde mich freuen, wenn wir als Kirche am Bahnhof vor allem auch als betende Gemeinde in Mühlacker und Umgebung bekannt werden. Zum Beispiel ist die Klage über die vielen Ladenschließungen in der Bahnhofstraße in Mühlacker groß. Natürlich sind hier die Gemeinderäte gefragt, oder auch der Wirtschaftsförderer oder Citymanager – aber auch wir als Christen können hier unseren Auftrag wahrnehmen, „in den Riss zu treten“. Vielleicht würde ein 24/7-Gebetshaus in der Bahnhofstraße eine echte Wende einleiten.

Wenn jeder Gast oder verbindliches Mitglied unserer Gemeinde regelmäßig für andere betet, dann wird sich die allgemeine Situation in Mühlacker um Umgebung zum Positiven verändern. Da bin ich mir sehr sicher. Mehr Menschen würden außerdem zum Glauben an Jesus Christus finden. Ich bitte dich deshalb, suche dir eine der oben genannten Gebetsmöglichkeiten aus, trage sie fest in deinen Kalender ein, oder gründe mit anderen zusammen eine neue Fürbittestation, die dir zeitlich besser passt: online, vor Ort, in den Gemeinderäumen oder bei dir zuhause.

 

Herzliche Grüße

Dietrich Ebeling